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Die fünf Teile eines AI-Agenten, und welche du besitzen solltest

NVIDIAs fünf Teile eines AI-Agenten, neben mein Hermes-Setup gelegt, und welche eine Firma mit 20 bis 200 Leuten besitzen oder mieten sollte.

Von Mirko Imperio Trotta

Jensen Huang auf der Bühne der NVIDIA GTC Berlin am 21. Oktober 2026, vor einer Folie zu Agent Safety mit NVIDIA OpenShell. Foto: NVIDIA.

Am 21. Oktober 2026 hat Jensen Huang auf der NVIDIA GTC in Berlin anderthalb Stunden über AI-Fabriken, Vera-Rubin-Racks und Gigawatt gesprochen. Und dann, kurz vor Schluss, lernt eine kleine Roboter-Ente laufen. Die Stimme in der Demo sagt: "I use Hermes as my agent harness."

Ich musste laut lachen. Mit Hermes organisiere ich seit Monaten meine Woche. Lokal, auf meiner eigenen Workstation, mit einem kompletten Setup drumherum. Das auf der GTC-Bühne zu hören, war ein bisschen so, als würde deine kleine Lieblingsband plötzlich im Radio laufen.

Die Ente ist aber nicht der spannende Teil. Spannend ist, wie NVIDIA einen Agenten beschreibt: fünf Teile, und jeden davon kannst du besitzen oder mieten. Das passt für eine Firma mit 50 Leuten genauso gut wie für eine mit 50.000. Also gehen wir die fünf durch und schauen dann, welche eine kleine Firma wirklich selbst haben sollte.

Die ganze Keynote auf YouTube ansehen (NVIDIA GTC Berlin, 21. Oktober 2026, 1:33:57). Die fünf Teile eines Agenten kommen ab 43:16, die Hermes-Demo bei 1:22:24.

Was er wirklich gesagt hat

Bei 43:16 zerlegt er das Ganze: "Models, sandbox, harness, knowledge and tools. These are the five elements of an agent."

Kurz übersetzt:

  • Modell: das, was denkt und schreibt. Closed oder open.
  • Harness: die Schicht, in der der Agent läuft. Memory, Skills, Zeitpläne. Bei 48:57 nennt er "OpenClaw, Hermes" als Beispiele.
  • Sandbox: die Box, in der der Agent arbeitet, damit er nicht alles anfassen kann.
  • Wissen: deine Dokumente, deine Daten, wie deine Firma tickt.
  • Tools: die Software, die der Agent benutzen darf.

Mein Lieblingssatz kam bei 44:36: "Please don't touch my SSH keys. That's the please don't approach. But hope isn't security."

Genau da stehen viele AI-Setups. Wir schreiben nette Anweisungen in den Prompt und hoffen, dass das Modell zuhört. Seine Antwort: Die Regeln gehören außerhalb des Agenten. Im Video heißt es: "Enforcement happens outside the agent, not just in LLM guardrails" (45:19) und "A compromised agent can't leak a key it never had" (45:50). Also: Ein Agent kann keinen Schlüssel verraten, den er nie bekommen hat.

Bei den Modellen war er angenehm unromantisch: "Every company in the future will use both closed models as well as open models that you customize" (50:10). Allgemeine Aufgaben machen die großen Modelle super. Wenn die Arbeit aber "too much of your proprietary knowledge" (50:02) enthält, lohnt sich ein eigenes Modell.

Und bei 1:06:33 der Satz, den ich mir an den Kühlschrank hängen würde: "the knowledge and tools. And those knowledge and tools belong to you." Dein Wissen und deine Tools gehören dir.

So sieht das bei mir aus

Mein Setup ist nicht nach einer Keynote entstanden, sondern durch Ausprobieren, und nicht alles davon war elegant. Aber wenn ich seine fünf Teile neben das lege, was ich wirklich nutze, passt es fast eins zu eins.

  • Harness: Hermes. Läuft auf meiner Fedora-Workstation in einem Container, das Memory liegt selbst gehostet auf einem kleinen Hetzner-Server in Deutschland. Da stecken meine Skills, meine geplanten Jobs und mein Kontext drin. Das ist der Teil, der mir gehört.
  • Modelle: ein Mix, und der ändert sich. Frontier-Modelle für die schweren Sachen, günstigere Modelle über Ollama Cloud für den Alltag, lokale Modelle, wenn etwas auf meinem Rechner bleiben soll. Die Demo in Berlin macht das genauso: lokal laufen und nur bei Bedarf "burst larger workloads to cloud" (1:22:37).
  • Sandbox und Regeln: das habe ich am ernstesten genommen. Alles, was wirklich zählt, also Veröffentlichen, Nachrichten an Menschen, Geld und Änderungen an Produktion, wartet auf mein Okay. Nicht, weil ich den Agenten nett gebeten habe. Sondern weil das System so gebaut ist, dass er es allein gar nicht kann.
  • Wissen: meine Notizen, meine Texte, meine Abläufe. In Dateien und Systemen, die ich öffnen, lesen und mitnehmen kann.
  • Tools: die langweiligen. CMS, Kalender, Repos.

Hermes ist mein Haupt-Harness, da läuft mein komplettes Setup. Daneben nutze ich auch Grok Bot, einen gehosteten Assistenten, der sich ähnlich anfühlt wie das, was ich an Hermes so mag. Er hilft beim Recherchieren, schreibt Entwürfe, schaut in meine Kanäle und bereitet Dinge zur Freigabe vor. Sein Innenleben gehört mir nicht, und das ist okay. Mir gehört das Wissen, mit dem er arbeitet, und die Freigabe, durch die er muss.

Das ist genau die Aufteilung, die Jensen beschrieben hat, nur kleiner. Harness, Wissen und Regeln besitzen. Modelle und zusätzliche Tools mieten, wo das der bessere Deal ist.

Was eine Firma mit 20 bis 200 Leuten realistisch besitzen kann

Ehrlich gesagt: Kaum eine Firma mit 50 Leuten baut sich eine AI-Fabrik. Das Agent Toolkit von NVIDIA brauchst du für den Anfang auch nicht. Die fünf Teile helfen trotzdem, weil du damit entscheiden kannst, was du besitzen willst und was du gern mietest.

Meine grobe Einschätzung für diese Größe:

  • Modelle mieten. Die ändern sich alle paar Monate. Flexibel bleiben ist hier besser, als auf ein Pferd zu setzen.
  • Die meisten Tools mieten. Du zahlst eh schon dafür. Die Frage ist nur, welche ein Agent benutzen darf.
  • Dein Wissen besitzen. Preislisten, Abläufe, wie ihr mit einer Reklamation umgeht. Wenn das nur im Chatverlauf eines Anbieters liegt, gehört es dir nicht wirklich.
  • Die Regeln besitzen. Was ein Agent anfassen darf und wann ein Mensch übernimmt. Das passt auf eine Seite, und es sollte deine Seite sein.
  • Harness und Sandbox: kommt drauf an. Für viele Teams reicht am Anfang ein gutes gehostetes Produkt. Wenn AI zentral für eure Arbeit wird, wird diese Schicht wichtiger, weil sich genau dort euer Memory und eure Gewohnheiten sammeln.

Das musst du nicht alles auf einmal machen. Wer alle fünf Teile gleichzeitig besitzen will, bleibt meistens irgendwo hängen.

Wo ich anfangen würde

Fang nicht mit allen fünf Teilen an. Nimm dir eine Arbeit, die immer wieder anfällt, und frag dich, welchen der fünf Teile du dafür besitzen willst.

Vielleicht ist es das Nachfassen bei Angeboten, die Onboarding-Checkliste oder die immer gleichen zehn Kundenfragen. Für so eine Sache ist die Antwort meist schnell klar. Das Wissen willst du besitzen. Die Regel, wann ein Mensch übernimmt, auch. Das Modell kann sein, was gerade am besten funktioniert.

Wenn du diese eine Arbeit schon im Kopf hast: Im kostenlosen Fit-Check schauen wir sie gemeinsam an. Ohne Zugriff auf deine Systeme.

Ich habe keine Verbindung zu NVIDIA oder Nous Research. Die Zitate stammen aus dem Keynote-Video und sind aus den automatischen Untertiteln leicht bereinigt.

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